Internet in ländlichen Gebieten
Übertragungsraten wie vor zehn Jahren sind bei Internetzugängen in ländlichen Gebieten oft noch die Regel. Während die Bundesregierung bis Ende 2010 jeden Haushalt mit einem Breitbandanschluss versorgen will, bieten Mobilfunkanbieter mit UMTS in vielen Gebieten schon heute eine echte Option.
In den Ballungsgebieten leisten sich die Provider seit Jahren einen gnadenlosen Kampf um die schnellsten Internet-Zugänge zu immer günstigeren Preisen. Anders sieht die Situation in vielen ländlichen Gebieten aus: Hier lohnen sich die nötigen Investitionen in die Infrastruktur aufgrund der deutlich geringeren Zahl potentieller Kunden für die Anbieter meist nicht.
Vom Multimediazeitalter ausgeschlossen
Ein wenig Glück hat, wer noch so nah am nächstgelegenen DSL-Knotenpunkt wohnt, dass ihm der Provider ein Angebot über „DSL Light“ unterbreiten kann. Mit einem theoretisch möglichen Download von 384 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) ist dieser etwa sechsmal schneller als die Grundversorgung mit ISDN. Unter einem Breitbandanschluss versteht man heute allerdings eine Geschwindigkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s), was der Leistung von 16 ISDN-Leitungen entspricht.
DSL-Alternativen wie der Internet-Zugang über das Stromnetz („Powerline“) oder via Satellit sind entweder nur selten verfügbar oder deutlich teurer als vergleichbare Zugänge in Großstädten. Hier setzen die Mobilfunkanbieter mit ihren Internettarifen über UMTS an und versprechen konkurrenzfähige Geschwindigkeiten bei uneingeschränkter Mobilität.
DSL-Alternative Handy: UMTS und HSDPA

Die Abkürzung UMTS steht für „Universal Mobile Telecommunications System“, den dritten (3G) und neuesten Mobilfunkstandard. Dieser ist bei optimaler Empfangsqualität etwa so schnell wie DSL Light und in vielen Gebieten verfügbar. Eine Erweiterung von UMTS ist der sogenannte „High Speed Downlink Packet Access“ (HSDPA), der mittelfristig Funkinternet mit einer Geschwindigkeit von etwa 7,2 Mbit/s ermöglichen soll. Bislang rüsten vor allem die Anbieter T-Mobile und Vodafone ihr Netz für HSDPA auf und bieten bereits eine recht gute Abdeckung.
Schnell und einfach: USB-Surfsticks
Den bequemsten Einstieg zum Mobilfunk-Internet bieten die von vielen Providern angebotenen UMTS-Surfsticks. Die Funkstationen im Hosentaschenformat lassen sich über den USB-Anschluss sehr einfach mit dem eigenen Notebook oder Rechner verbinden. Die benötigte Software ist auf dem Stick gespeichert und installiert sich automatisch. Ist die Verbindung hergestellt, hängt die tatsächlich erzielbare Geschwindigkeit vom verwendeten Stick, der Netzqualität des Anbieters und dem eigenen Standort ab.
Es empfiehlt sich daher, vor dem Kauf eines USB-Surfsticks zunächst die Netzabdeckung am eigenen Wohnort über die Website des Netzbetreibers zu prüfen. Im besten Fall hat man einen Bekannten zur Hand, der das entsprechende Netz bereits für Datenverbindungen nutzt und mit seinem Endgerät die Empfangsleistung vor Ort prüfen kann. Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, sollte ansonsten nach unverbindlichen Testangeboten Ausschau halten. Stimmt die Leistung hier nicht, geht der Stick einfach zurück an den Provider.
Neben der Übertragungsrate können auch die Kosten durch die Nutzung eines UMTS-Surfsticks stark variieren. Die Tarifpalette der Provider deckt von Prepaid-Angeboten und Laufzeitverträgen über Volumentarife und Flatrates beinahe jeden Nutzertyp ab. Bei der Wahl des individuell passenden Anbieters hilft der Internet-Tarifrechner weiter.
Die UMTS und HSDPA Netzabdeckung der Anbieter im Detail:
Neue Abhilfe für mit schnellem Internet schlecht versorgte ländliche Gebiete wird in Zukunft die neue Übertragungstechnik LTE liefern. Diese soll gezielt dafür eingesetzt werden "weiße Flecken" auf der Landkarte in Deutschland mit Breitband-Internet zu versorgen.
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