DSL-Starter-Angebote – Die Tricks der Provider
DSL ist in aller Munde, die Medien sind voll von Werbung für DSL-Starterpakete. Scheinbar wird das Highspeed-Internet zu Schleuderpreisen angeboten. Doch sind die kostengünstig erscheinenden Komplett-Tarife wirklich so preiswert und risikofrei, wie es uns die Werbung glauben machen will? online-tarife.de hat sich DSL-Sparterpakete etwas genauer angeschaut.
Die Werbekampagnen großer und kleiner Internetprovider sind mittlerweile allgegenwärtig. Die Konkurrenz schläft nicht - auf Plakaten, im Netz, im Fernsehen oder in Zeitschriften werben die Anbieter für ihre DSL-Tarife: Mit „Komplettpaketen“, mit „für null Euro“, „ein Jahr kostenlos“ -Slogans und Höchstgeschwindigkeiten sollen die Kunden von Preis und Leistung der Anbieter überzeugt werden. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, und viele DSL-Schnäppchen können sich ganz schnell als erheblich teurer erweisen, als im Vorfeld angenommen.
Keine Kleinigkeit: Das Kleingedruckte
Viele der versteckten Kosten verbergen sich vorzugsweise im Kleingedruckten. In winzigen, kaum lesbaren Lettern sind die Tarifdetails ganz unten auf der Werbeanzeige verzeichnet. Sie werden schnell übersehen, nicht sorgfältig genug oder gar nicht gelesen. Dabei stehen gerade hier alle wichtigen Informationen, die den Sonderpreis eines Angebots ganz schnell wieder relativieren können. Besonders tückisch ist das Kleingedruckte auf Internetseiten. Oft werden lediglich die ersten zwei bis drei Zeilen der Vertragsdetails dargestellt. Erst nach einem Klick auf einen weiterführenden Link offenbart sich der volle Apparat an Fußnoten. Schenken Sie dem Kleingedruckten genügend Aufmerksamkeit und lesen Sie es sorgfältig. Oft ist diese simple Maßnahme bereits die halbe Miete und erspart Ihnen im Zweifel viele Unannehmlichkeiten.
Lockangebote: Fallstrick Einstiegspreise und Vertragslaufzeit
Oft werden in den Werbekampagnen der DSL-Anbieter günstige monatliche Preise versprochen, die sich dann jedoch beim Blick in die Tarif-Details als Finte erweisen: Vielfach gelten die beworbenen Preise nur für die ersten drei Monate - danach wird es teurer. Kosten die ersten drei Monate beispielsweise rund 20 Euro, die folgenden jedoch rund 30 Euro, ergibt sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten ein wesentlich höherer Betrag, als wenn alle Monate bei einem anderen Anbieter gleichbleibend 25 Euro kosten. Hier gilt es, wie bei einem Handyvertrag, stets die gesamte Vertragslaufzeit bei der Betrachtung zugrunde zu legen.
Zukünftigen DSL Kunden ist oft wichtig, vertraglich flexibel zu bleiben. Der Markt ist ständig in Bewegung, und sich über einen langen Zeitraum an einen Anbieter zu binden ist nicht ratsam, da es in kürzester Zeit neue, günstigere Angebote geben kann. Ein DSL-Angebot, das eine Flatrate ein Jahr kostenlos anbietet, ist da natürlich verführerisch. Aber Vorsicht: oft ist mit solchen Angeboten eine wesentlich längere Vertragslaufzeit verbunden. 24 Monate oder mehr sind in solchen Fällen keine Seltenheit. Auch hier sollte man im wahrsten Sinne des Wortes wieder das Kleingedruckte unter die Lupe nehmen. Denn nicht nur derartige Klauseln, sondern auch eventuelle Kündigungsfristen sind hier versteckt. Hält man diese nicht ein, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.
Versandkosten: Was zahlt man wirklich?
Bei vielen DSL-Neuanschlüssen wird die benötigte Hardware kostenlos zur Verfügung gestellt. Jedoch kommen in den meisten Fällen auf diese großzügige Lieferung happige Versandkosten hinzu. Wenn sich diese in Bereichen mit zwei Stellen vor dem Komma bewegen, sollte man stutzig werden: es ist gut möglich, dass der Provider auf diese Weise versucht, die Kosten für die „kostenlose“ Hardware zu decken.
Kostenlose Zugaben - wirklich ein Geschenk?

Zugaben, wie zum Beispiel Anti-Viren-Programme oder andere Software, werden gerne von DSL-Anbietern kostenlos als Beigabe zum Vertragsabschluss zum DSL-Starter-Paket dazugegeben. Auch hier steckt erneut der Teufel im Detail: Wie schon zuvor erfährt der Nutzer aus dem Kleingedruckten, dass die Gratis-Software nur für ein Jahr frei nutzbar ist. Danach werden zusätzliche Kosten fällig und in den meisten Fällen werden diese einfach so auf den normalen Tarif hinzuaddiert. Wer kein Interesse an diesen „Zusatzgeschenken“ hat, sollte diese direkt beim Vertragsabschluss abbestellen. Dies sollte in der Regel auch nach Vertragsabschluss noch möglich sein.
Nur für Neukunden: Dreist kommt weiter
Bestandskunden werden bei den Werbemaßnahmen der Internetprovider gerne übergangen. Viele lukrative Werbeofferten richten sich nur an „Neukunden“. Das bedeutet, die Zielgruppe sind ausschließlich Verbraucher, die in den letzten Monaten (die Anzahl kann variieren) kein Kunde dieses Anbieters war. Es lohnt sich in solchen Fällen immer beim Anbieter nachzufragen, ob man als Kunde nicht auch von diesen Vorteilen profitieren könnte. Viele Provider werden hier Kulanz zeigen und sich auf die Vergünstigung, vor allem für langjährige Kunden, einlassen. Fragen kostet nichts, sollte das Motto hier lauten.
Geschwindigkeit - nötig und realistisch?
Das Internet wird immer schneller. Überall wird mit Highspeed-Geschwindigkeiten und Superlativen geworben. Doch hier muss man sich als Verbraucher die Frage stellen: Kommt die Höchstgeschwindigkeit, für die ich zahle, auch wirklich auf meinem Heimcomputer an?
Die DSL-Anbieter befreien sich auch hier wie so oft durch das Kleingedruckte von jeglicher Schuld: In der Regel wird die beworbene Geschwindigkeit mit Sternchen versehen. Schaut man in die Fußnote, entdeckt man dort die Formulierung „bis zu“. Die Hochgeschwindigkeit im Webetext kann erreicht werden – muss jedoch nicht. Das ist nicht einmal die Schuld des Providers: Oft sind solche Geschwindigkeiten gar nicht überall möglich. Je weiter die nächste Vermittlungsstelle entfernt ist, desto langsamer das DSL.
Bevor man also viel Geld für Highspeed-Internet ausgibt, sollte man sich genau informieren, ob dieses Tempo in der eigenen Wohnlage überhaupt erreichbar ist. Dann bleibt noch die Frage, ob man das superschnelle DSL überhaupt benötigt: Für gängige Office-Anwendungen und Surfen reicht eine langsamere Verbindung aus. Sollten Sie jedoch hohe Datenmengen laden wollen, sollten Sie in der Tat zu einer schnellen Leitung greifen.
Fazit - Trotz seriöser Angebote: Hinschauen und hinterfragen
Der Blick ins Kleingedruckte ist stets ratsam und sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Doch keine Angst: Die großen Provider sind durchaus seriös und wert, dass man ihnen vertraut. Sie haben viele günstige, hochwertige DSL-Tarife zu fairen Konditionen im Programm, so dass für jeden Kunden das passende Angebot dabei ist. Zudem bieten viele Bestellvorgänge genügend Transparenz, um nicht in versteckte Kostenfallen zu tappen. Seriöse Anbieter ermöglichen die unverbindliche Zusammenstellung eines DSL-Pakets – die Kosten werden dabei klar nachvollziehbar aufgelistet. Es ist hierbei dennoch ratsam, auf Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen zu achten, die den eigenen Wünschen entsprechen. Erst wenn alles stimmt und der Kunde sich über Preis und Laufzeit im Klaren ist, muss er sich verbindlich entscheiden.











